Samstag, 31. Januar 2009

Taipei & Taichung revisited

[von sönke]

Wir sind aus den Neujahrsferien zurück, was in altbewährter Manier Anlass für einen Reisebericht bietet.
Als Verkehrsmittel wählten wir dieses Mal den Fernbus, denn dieser ist günstiger, jedoch genauso schnell wie die reguläre Eisenbahn. Mit der 300 km/h schnellen Taiwan High Speed Rail können die Busse natürlich nicht mithalten, aber wenn man nicht auf superschnelles Fortkommen angewiesen ist, sind sie eine sehr bequeme Alternative. Je nach Busgesellschaft variiert der Preis und der Komfort, ein 10 Zoll Monitor mit DVD Programm ist jedoch allgemeiner Standard. Zusätzlich Videospiele und superbequeme Sessel, in denen es sich prima schlafen lässt, bieten die Busse von Ho Hsin.


Von Taipei zurück nach Kaohsiung gelangten wir so ganz entspannt für ca. 16€ in 4 Stunden, da kann man nicht meckern.
Aber erst einmal alles der Reihe nach, denn unsere erste Station war Taichung, wo wir Gugu I. und ihrer Familie einen Besuch abstatteten. Dort waren wir schon einmal im Oktober in Begleitung von Izns Vater gewesen.
Dieses Mal hatten wir uns ganz frech selbst eingeladen, um das chinesische Neujahrsfest im Kreis von Izns Verwandtschaft zu feiern. Erwartungsgemäß gab es lecker und reichhaltig zu essen und es herrschte reger Betrieb, da viele Freunde und Verwandte zu Besuch kamen, zeitweilig waren 30 Leute zu Gast. Es wurde reichlich Karten und Mahjong gespielt, selbstverständlich um Bares, denn es soll ja auch spannend sein. Bargeld war genug in den Taschen, denn traditionell werden rote Umschläge mit Geldscheinen an die Verwandten verteilt. Es schenken jedoch nicht nur die Älteren den Jüngeren, sondern jeder schenkt jedem Geld. Für uns war es jedenfalls ein Erlebnis, einmal ein traditionelles chinesisches Fest hautnah miterleben zu können.

Am nächsten Tag fuhren wir ins nahe gelegene Lukang, eine kleine Stadt, die früher einmal ein florierender Hafen war. Seit gut 100 Jahren ist dieser jedoch versandet und die Stadt hat nunmehr historischen Wert, da sich angeblich seitdem nicht mehr viel verändert haben soll. Wir fanden nicht, dass sich Lukang im Stadtbild großartig von anderen kleinen Städten unterscheidet, aber das ist eigentlich auch egal, da es quasi ein riesiger Rund-um-die-Uhr Nachtmarkt mit einem historischen Tempel ist.

Die verkehrsberuhigten Straßen waren vollgestopft mit Menschen, die ebenso wie wir die freien Tage zu einem Ausflug nutzten und in den windigen Gassen für Umsatz an den unzähligen Imbissständen sorgten. Abends besuchten wir abermals Gugu I., und zu unserem Erstaunen spielte ein Teil der weiblichen Verwandtschaft immer noch Mahjong! Auch als wir in unser Hotel aufbrachen, waren sie immer noch dabei, selbst nach 24 Stunden war kein Ende abzusehen.
Wir fuhren am nächsten Tag nach Taipei und besuchten nach dem Einchecken ins Hotel die Familie von Onkel Hsu I., die wir bei unsrem letzten Taipei-Besuch taifunbedingt nicht mehr gesehen hatten. Auch hier wurde reichlich und lecker Essen aufgefahren, wir seien allerdings selbst schuld, dass wir uns nicht frühzeitig angemeldet hätten, sonst hätte man uns selbstverständlich mehr aufgetischt…
Izn hat somit endlich auch den vierten Onkel väterlicherseits samt Familie einmal bewusst kennengelernt. Das letzte Treffen liegt mit gut 20 Jahren bekanntlich zu lange zurück, als dass sie sich noch erinnern könnte.

Am folgenden Tag wurden wir von angenehmen 21 Grad Außentemperatur und guter Sicht überrascht, daher fuhren wir auf den Taipei 101.

Zu unserer großen Freude war das 91. Stockwerk mit der Aussichtsplattform unter freiem Himmel anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes geöffnet, so dass wir uns den Wind in knapp 400 Metern Höhe um die Nase wehen lassen konnten.

Die Sicht dort oben war wirklich einmalig.

Der Rückweg zum Hotel führte über die Sun Yatsen Gedächtnishalle, deren Ausstellungsräume allerdings schon geschlossen hatten.
Am nächsten Tag haben wir uns die ungleich imposantere Chiang Kaishek Gedächtnishalle angesehenund uns danach mit dem derzeitigen Exilhamburger Klaus und seiner taiwanischen Freundin auf ein Opfer beim Tempel der Stadtgottheit von Taipei getroffen.

Der Stadtgott beim Verspeisen der Opfergaben

Praktischerweise mag der Stadtgott am liebsten Süßigkeiten, die er nur immateriell verspeist, er hat also nix dagegen, wenn man die Opfergaben hinterher selbst verkostet, so einen Stadtgott lob ich mir! Wo wir schon mal dabei waren, haben wir auch gleich noch beim Liebesgott nebenan angefragt, ob eventuell ein gutes Wort beim Schicksal für uns beide eingelegt werden könnte, sowas kann schließlich nie schaden.

Frohen Mutes nahmen wir jetzt die nächste Etappe in Angriff und fuhren zu den heißen Quellen nach Beitou. Wir gingen immer der Nase nach und fanden einen kleinen, nach Schwefel riechenden See, aus dem es ordentlich dampfte.



video


Das Wasser ist zwischen 80 und 100 Grad heiß und wird von diversen Hotels sowie einem öffentlichen Bad genutzt.Für umgerechnet 1,50€ verschafften wir uns Eintritt in letzteres und konnten uns unter freiem Himmel in dem heißen Quellwasser von den Fußmärschen durch Taipei erholen, wirklich empfehlenswert!

Für den letzten Tag hatten wir einen Besuch im Zoo von Taipei geplant, der seit kurzem zwei Pandabären beherbergt. Diese sind hierzulande mindestens ebenso medienpräsent wie seinerzeit Knut in Deutschland. Das Wetter machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete in Strömen bei kühlen 15 Grad. Der hohe Besucherandrang im Zoo tat ein Übriges, so dass wir beschlossen, in die sonnigen heimatlichen Gefilde zurückzureisen, Taipei hat uns aber mit Sicherheit immer noch nicht das letzte Mal gesehen.

Mehr Fotos von der Reise gibt es hier zu sehen.

Freitag, 23. Januar 2009

Taiwantauglichkeitstest

[von sönke]

Das Chinesische Neujahrsfest liegt vor uns, und somit genießen wir 11 freie Tage am Stück. Wie passend, dass pünktlich erneut eine Kälteperiode angesagt ist, wenn auch nur für ca. 4 Tage.

Dabei war das Wetter letzte Woche hier wieder angenehm sonnig, mit Temperaturen bis zu 27 Grad. So hätte es gerne bleiben können, denn wir hatten geplant, nach Taichung und/oder Taipei zu reisen, um Izns Verwandte zu sehen und um uns die genannten Städte noch einmal ein wenig genauer anzusehen. Das letzte Taipei-Sightseeing musste schließlich wegen eines Taifuns etwas kürzer ausfallen.
Im Moment "überwintern" wir jedoch lieber noch ein wenig in Kaohsiung, denn für Taipei sind für das Wochenende 12 Grad und Regen vorhergesagt, da bleiben wir doch lieber dort, wo es 19 Grad und Wolken geben soll.
Am Sonntag werden wir also erst einmal Taichung ansteuern, um den Jahreswechsel mit Izns Verwandten zu begehen, mal sehen, ob wir es noch bis Taipei schaffen...
Die freien Tage geben mir Zeit, ein wenig darüber zu reflektieren, was ich hier an Deutschland vermisse. Da fällt mir spontan ein: ein geregelter Straßenverkehr.

Jeden Tag fahren wir die 8 Kilometer zur Uni hin und zurück, und haben dabei so seltsame Erlebnisse, dass ich mich gefragt habe, warum die Menschen hier so riskant Auto und Motorrad fahren.
Es fasziniert mich um so mehr, als dass hier zwar ein überaus großer Respekt vor Wasseransammlungen wie Seen oder dem Meer an den Tag gelegt wird, aber im Straßenverkehr offenbar versucht wird, mit geringst möglichem Aufwand das maximale Unfallrisiko heraufzubeschwören.

Der Grund ist wohl darin zu suchen, dass zum Erwerb des Führerscheins zwar ein praktischer Teil nötig ist, dieser jedoch auf einem Testgelände stattfindet und nicht etwa im Straßenverkehr (Argument: Bei DEM Straßenverkehr hier viel zu gefährlich...).
Dadurch werden die frischgebackenen Führerscheininhaber also in die Freiheit entlassen, ohne Fahrpraxis unter realistischen Bedingungen erworben zu haben, was die allgemeine Verkehrssituation nicht gerade entspannt.

Kleine Geschichte am Rande: Die Legende besagt, dass man bei der Prüfung zum Mopedführerschein für 50cc Gefährte nur 10 Meter ohne Umzufallen geradeaus fahren muss. Eine weitere Legende besagt, das auch hierbei Leute den Anforderungen nicht gewachsen waren und somit durchgefallen sind...

Ohne Führerschein ist man zum Beifahrerdasein verdammt...

Ich habe mittlerweile meine Motorrollerfahrweise der Taiwanischen angepasst und beherrsche das Fahren unter Last (mit 3 Personen oder den Wocheneinkäufen, wenn auch ohne Hund und Regenschirm in der linken Hand), das Fahren auf der Gegenfahrbahn und den Bürgersteigen sowie mit Einschränkung das Fahren über rote Ampeln.
Daher sei es mir erlaubt, aus meinen Erlebnissen hier einige Fragen der hiesigen theoretischen Führerscheinprüfung zu schlussfolgern.

Der geneigte Leser darf sich meinem kleinen multiple-choice Test unterziehen, um zu sehen, ob er die theoretische Führerscheinprüfung hier bestehen würde. Die richtigen Antworten finden sich am Ende dieses Artikels.


Auf fremden Scootern pullert es sich am entspanntesten...
Nun zum Test:

Frage 1

Was ist unter der Helmpflicht zu verstehen?

a) Während der Fahrt ist der Helm am linken Lenkergriff zu befestigen, Aufsetzen ist nur für einen Einkaufsstopp im 7/11 zulässig.

b) Während der Fahrt ist der Schutzhelm aufzusetzen, er dient der Prävention schwerer Kopfverletzungen bei einem Sturz.

c) Wenn ein Gewässer in der Nähe ist, muss man aus Sicherheitsgründen einen Helm aufsetzen.

Frage 2

Wozu dienen die Rückspiegel?

a) Keine Ahnung. Sie stören in erster Linie die Aerodynamik, und wenn man hineinsieht, kann man den rückwärtigen Verkehr sehen, da bekommt man es mit der Angst zu tun... Besser, man baut sie ab oder klappt sie nach innen, dann können sie auch nicht so leicht kaputt gehen.

b) Um den rückwärtigen Verkehr im Auge zu behalten. Bei eigenen Fahrtrichtungswechseln kann so in Verbindung mit dem Schulterblick eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer weitgehend ausgeschlossen werden.

c) Um während der Fahrt ins Büro besser die Kontaktlinsen einsetzen zu können

Frage 3

Sie fahren mit langsamen Tempo auf der Kraftradfahrspur, da sie es nicht sonderlich eilig haben. Wie verhalten Sie sich?

a) Ich wechsele willkürlich und unvorhersehbar meinen Kurs, fahre mal rechts, mal links auf der Kraftradspur. Da die Rückspiegel vorschriftsgemäß abmontiert oder zumindest kaputt oder nach innen geklappt sind, sehe ich den Verkehr hinter mir nicht. Wo ich nichts sehe, kann folglich auch niemand sein, dem ich in den Weg fahre.

b) Ich fahre auf der rechten Seite der Kraftradradspur, damit mich schnellere Verkehrsteilnehmer ohne Risiko links überholen können.

c) Ich fahre auf der linken Seite der Kraftradspur, damit mich schnellere Verkehrsteilnehmer ohne Risiko rechts überholen können.

Frage 4

Wozu dienen die Fahrtrichtungsanzeiger?

a) Wenn es dunkel geworden ist, blinken sie schön und verbreiten für die anderen Verkehrsteilnehmer eine angenehme Stimmung. Bei eigenem Fahrtrichtungswechsel muss man sie aber wieder ausschalten, um die anderen Verkehrsteilnehmer nicht zu irritieren

b) Um den anderen Verkehrsteilnehmern einen eigenen Fahrtrichtungswechsel zu signalisieren.

c) Wenn die Hauptscheinwerfer nicht mehr funktionieren, dienen sie als Ersatzscheinwerfer.

Frage 5

Sie möchten auf einer vielbefahrenen, mehrspurigen Straße an einer Kreuzung links abbiegen. Wie verhalten Sie sich?

a) Wenn ich Auto fahre, kann ich bedenkenlos links rüberziehen, wenn nur Kraftradfahrer entgegen kommen. Aus Selbsterhaltungstrieb werden diese schon bremsen. Kommen Autos entgegen, warte ich, bis nur noch Krafträder kommen. Mit einem LKW kann ich jederzeit sofort abbiegen. Als Kraftradfahrer fahre ich besser von Anfang an auf der entgegengesetzten Fahrbahn, das macht das spätere Linksabbiegen wesentlich leichter.

b) Ich fahre langsam und vorsichtig in die Kreuzung ein und warte, bis auf der entgegengesetzten Fahrbahn keine Fahrzeuge mehr im Weg sind.

c) Ich lasse das lieber nach und biege stattdessen dreimal rechts ab.

Frage 6

Zur Rushhour sehen Sie auf einer stark frequentierten Kreuzung einen Verkehrspolizisten trotz funktionierender Lichtzeichenanlage den Verkehr regeln. Wie verhalten Sie sich?

a) Ich ignoriere sowohl die Lichtzeichenanlage und den Polizisten und handele entsprechend meinem eigenen Bild der Lage.

b) Den Weisungen des Beamten ist unbedingt Folge zu leisten, sie haben Priorität vor der Lichtzeichenanlage.

c) Ich frage den netten Mann in seiner lustigen Uniform, wo es solch einen tollen leuchtenden Stab, mit dem er immer herumfuchtelt und die kleine Flöte, auf der er spielt, zu kaufen gibt. Das wären tolle Geschenke für meine Neffen und Nichten!

Frage 7

Sie fahren auf dem Kraftrad. Auf dem von Ihnen gewählten Weg sehen Sie plötzlich ein "Durchfahrt Verboten" Schild sowie mehrere fest installiert Hindernisse. Wie verhalten Sie sich?

a) Ich prüfe, ob die Hindernisse wirklich fest installiert sind, oder ob ich anderweitig an ihnen vorbeikomme. Notfalls steige ich vom Kraftrad und schiebe es durch die Hindernisse. Wenn man es schafft, vorbeizukommen, kann die Durchfahrt nicht verboten sein, das Schild und die Hindernisse hat möglicherweise jemand hier verloren.

b) Ich wähle eine andere Route, um an mein Ziel zu gelangen, denn hier ist die Durchfahrt verboten.

c) Ich lasse das Kraftrad stehen und gehe zu Fuß weiter.

Frage 8

Welche Schutzkleidung ist auf dem Kraftrad angeraten?

a) Jacke und Topflappenhandschuhe, damit Arme und Hände nicht durch die Sonneneinstrahlung bräunen.

b) Helm, Nierengurt, Lederbekleidung, Handschuhe und festes Schuhwerk um Unterkühlung zu vermeiden und das Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes zu verkleinern.

c) Zigarette, T-Shirt, kurze Hose und Badelatschen.

Braucht man für Ufos eigentlich auch einen Führerschein?


Lösungen:

Frage 1: a), Frage 2: a), Frage 3: a), Frage 4: a), Frage 5: a), Frage 6: a) oder c), Frage 7 a), jedoch bei Antwort c) durchgefallen und für 2 Jahre für die Führerscheinprüfung gesperrt, Frage 8 a)

Samstag, 17. Januar 2009

Chengcing Lake

[von izn]

Unsere diestrimesterischen Zwischenprüfungen liegen erfolgreich absolviert hinter uns, so dass wir nun wieder bis zum Trimesterabschluss in 1,5 Monaten prüfungsfrei sind.

Passenderweise war es heute nach einer ca. 1-wöchigen Kälteperiode, in der es nachts bis zu 9°C runter ging - echt ganz schön kalt, so ganz ohne Heizung in der Wohnung! - mit 23°C endlich mal wieder etwas wärmer draußen, so dass Sönke und ich den Tag für einen kleinen Ausflug zum Chengcing Lake in Kaohsiung County genutzt haben. Nach ca. 20 minütiger Scooter-Fahrt waren wir auch schon an dem in einer großen Parkanlage gelegenen See angekommen.

Wie wir vorher bereits wussten, ist der Eintritt kostenpflichtig, es sei denn man wohnt dort, also nicht direkt im Park, sondern in dem betreffenden Stadtteil Niaosong. Um zu belegen, dass man auch wirklich Niaosongianer ist, bekommt man einen Ausweis ausgestellt, den man am Eingang vorzeigen muss. Wie uns eine Gruppe niaosongianischer Englischlehrer, die wir eines nachts auf einer Kneipentour kennengelernt haben, berichtete, wird aber so manches Mal gar nicht nach dem Ausweis gefragt… *zwinker*… heute aber leider doch.

Naja 100 NTD pro Person sind ja nicht die Welt, plus 30 NTD, wenn man mit dem Scooter rein will, gegen einen weiteren Aufpreis dürfen sogar auch Autos rein. Der Park ist groß, meine Füße klein, also mit dem Scooter rein… zudem musste ich meine Kräfte auch sparen, um die kleinen Aussichtspagodentürmchen im Park zu erklimmen ;o)


und unter anderem folgende Aussicht genießen zu können:

Dank der etwas diesigen Sicht, erschloss sich uns Richtung Kaohsiung City folgendes Bild á la surreal:

Die Parkanlage ist wirklich schön und war, wahrscheinlich dank des kostenpflichtigen Eintrittes, alles andere als überlaufen… nervig ist nur dieses elendige Scooter-Geknatter auf dem Gelände ;o) Naja, wir haben uns wenigstens an die „Einfahrt verboten“-Schilder gehalten und sind die als Fußweg gekennzeichneten Pfade auch wirklich zu Fuß gegangen... Wie wir hier ja immer wieder feststellen: was geht, kann nicht verboten sein! Wenn also die Poller so weit auseinanderstehen, dass man theoretisch mit dem Scooter durchfahren könnte, dann kann man das auch praktisch tun… es sei denn man ist so spießig wie wir. Aber wie gesagt, es waren nur sehr wenige Menschen dort und von daher begegneten wir nur vereinzelt Scooter auf dem Fußweg.

Lustig fanden wir, dass das gesamte Seeufer betoniert und mit einem stabilen ca. hüfthohem (Sönkes Hüfte bei Körpergröße 178 cm) Geländer umgeben ist, damit man auch ja nicht aus Versehen ins böse, böse Wasser stürzt… (das Geländer auf dem 50-Meter hohen Aussichtsturm hatte übrigens gerade mal meine Hüfthöhe (Körpergröße 156 cm)).

Hier ist wohl auch ohne großartige Chinesischkenntnisse ersichtlich in welcher Richtung der Grillplatz liegt ;o)

Donnerstag, 15. Januar 2009

Blitzzzzzz...

[von izn]

…er gibt es auch hier:

Ratet mal unser Kennzeichen... das Originalfoto ist besser :o)

Nur mit dem Unterschied, dass die hier aus dem Hinterhalt vorgehen, im wahrsten Sinne des Wortes… und das auch noch in der Silvesternacht!

Wer hat eigentlich gesagt, dass man hier bei rot einfach rechts abbiegen darf? Nur weil das hier jeder (aber wirklich jeder!) tut, heißt es nicht gleich, dass es auch erlaubt ist… wissen wir jetzt auch!

Naja, wir sind ja bisher nur nahezu JEDEN Tag so da längs gefahren!!! Zum Glück wurden wir anscheinend nicht jeden Tag geblitzt, denn dann hätten wir schon ein ganzes Sammelalbum von derartigen Bildchen. Haben heute auch festgestellt, dass der Blitzer nicht jedes Mal auslöst, sondern nur in einer bestimmten Ampelanzeigekonstellation (hier ohne Skizze näher darauf einzugehen, ist allerdings etwas seeehr mühsam… von daher verzichte ich mal darauf).

Nachdem mir Sönke übrigens von dem Ticket berichtet hat, welches heute morgen per Post angekommen war, und ich mir nicht vorstellen konnte, wo wir geblitzt worden sein könnten, war seine Beschreibung: „Na, an der Kreuzung, wo es andauernd blitzt…!“

Ich weiß ja nicht was schlimmer ist… gar nicht zu merken, dass es blitzt (ich) oder trotz gelegentlichen Geblitzes (gefühlte 4-5 mal) einfach immer wieder dort über rot zu fahren, nach dem Motto: „Die können uns gar nix, wir haben schließlich nur ein hinteres Kfz-Kennzeichen, und wenn die uns von vorne blitzen, können die gar nichts mit dem Bild anfangen!“ (Sönke).

Hätte, wenn und aber… sie können uns doch was! Nämlich 600 NTD aus der Tasche ziehen, mal sehen, wieviel derartige Post uns noch so erwartet.

Ironischerweise haben wir heute an der Uni mit dem Thema „Probleme im Straßenverkehr“ angefangen, zu dem Sönke an der Reihe war, einen Teil des Unterrichtes vorzubereiten / zu halten. Da kam das Ticket mit dem Blitzerfoto als Anschauungsmaterial richtig gut, die Dozentin war begeistert ;o)

Montag, 5. Januar 2009

Zahnarzt um die Ecke

[von izn]

Ich war heute das erste Mal bei einem Arzt hier in Taiwan... kein Grund zur Aufregung! Es handelte sich um einen Zahnarzt, der lediglich was ankleben sollte. Es hatte sich bei mir nämlich einer der beiden Drähte, die ich nach meiner Zahnspangenbehandlung auf die Innenseite meiner Schneidezahnfronten eingeklebt bekommen hatte, damit sich die Zähne nicht gleich wieder verschieben, gelöst.
Nach Kontaktaufnahme mit meinem behandelnden Kieferorthopäden in Hamburg (es lebe das Internet!), sollte er schnellstmöglich wieder festgeklebt werden. Bei dem Kleber handele es sich um denselben für Fissurenversiegelungen bei Kindern… aaah ja! Jedenfalls meinte er, dass das eigentlich jeder Zahnarzt da haben müsste.

Glücklicherweise haben wir einen Zahnarzt gleich um die Ecke. Betritt man die Praxis, befindet man sich auch gleich im Behandlungszimmer, Wartezimmer, Rezeption und ich glaube auch Privatküche des Familienhaushaltes in einem.
Es befand sich schon jemand auf dem Behandlungsstuhl und es wartete auch schon eine kleine Familie, deren Familienvater wohl ein Loch im Zahn hatte. Seine Behandlung erfolgte dem Verkrampfungszustand seines Körpers nach zu urteilen, offenbar ohne Betäubung.

Ich gehe aber ganz stark davon aus, dass grundsätzlich Betäubungsmittel bei dem Zahnarzt vorhanden sind! Jedenfalls lag dort noch eine Injektionsspritze auf dem Tischchen… vom Patienten davor, oder dem Patienten davor, oder dem Patienten davor…

Ich glaube ein deutscher Zahnarzt würde unter diesen Umständen tot umfallen, oder zumindest auf dem Rücken liegend umherstrampeln und nach Luft ringen… aber naja, ich hab mich damit getröstet, dass bei mir ja schließlich nur was angeklebt und nichts gebohrt werden muss… bin was Schmerzen beim Zahnarzt angeht nämlich ein richtiger Hosenscheißer und lass mir eigentlich immer `ne Betäubungsspritze geben.

Der Zahnarzt, seine Gattin sowie ihre Freundin (die kurz bevor ich an die Reihe kam, mit einem lautstarken „Hello“ die Praxis betreten hatte, sich an dem Behandlungsstuhl auf dem der Familienvater gerade verarztet wurde, vorbeidrängte, um ein Pläuschchen mit der Zahnarztgattin zu halten, während diese gerade die benutzten Bestecke abwusch) waren sehr nett, haben mir beim Ausfüllen des Patientenformulars geholfen und nebenbei meine doch so schöne Handschrift bewundert... naja, als sie dann auch noch die von Sönke lobten - er hatte mir nämlich bei einem Zeichen, dass ich vergessen hatte, ausgeholfen - konnte ich die Lorbeeren so einigermaßen einordnen... ;o)
Aber praktisch so’n blonder Mann, wenn ich ihn dabei habe, ist die Freundlichkeit der Einheimischen schon mal gesichert... seitdem wir hier sind, nehm‘ ich ihn überall mit hin :o)

Kommen wir zurück zum Kleber für Fissurenversiegelung bei Kindern… weiß jemand, wie das auf chinesisch heißt...?!? Ich nämlich nicht!
Ich konnte dem Arzt lediglich verständlich machen, dass das Ding da in meinem Mund sich hin und her bewegt und ich das nicht will… Neiiin, nicht abschneiden! Ankleben, festmachen, nicht bewegen lassen („keine Bewegung“ kenn ich aus einem anderen Bereich…)!!!

Nun ist Draht also wieder fest, ich glaube aber, der Zahnarzt hat Füllmasse (für Löcher in den Zähnen) benutzt und nicht den Fissurenversiegelungskleber für Kinder, mal sehen was mein heimischer Kieferorthopäde wohl dazu sagt. Ich hab ihm diesbezüglich schon eine Mitteilung zukommen lassen.

So, wollte nur schnell von diesem Erlebnis berichten... nu aber ab zur Uni, und vorher noch eine Bareinzahlung bei der Bank machen, Miete zahlen!

NACHTRAG:
(17:41 Uhr)
Da hatte ich vor lauter Eile doch glatt vergessen zu schreiben, was das Ganze gekostet hat: nämlich N I X !!!
Wir wurden mit einem freundlichen Winkewinke und "Taiwan ist toll, ne?!" entlassen. Na denn... :o) Mein Kieferorthopäde hat übrigens zwischenzeitlich geantwortet und sagt:"wenn es hält, ist es gut." ...bisher tut es das, hoffen wir mal das beste!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Frohes Neues...


…wünschen wir Euch allen! Und vielen Dank für die vielen lieben Weihnachts- und Neujahrsgrüße, die ihr uns habt zukommen lassen!

Wir haben hier Silvester bei DEM Event in Kaohsiung verbracht und sind sogar noch bevor die Zufahrtsstraße aufgrund des großen Andranges gesperrt wurde, bei der Dream Mall angekommen. Der standesgemäße Countdown zum Jahreswechsel dauert hier, weil's so viel Spaß macht, 28 Sekunden an... naja, wenigstens haben sie nicht 5 Sekunden vorher aufgehört zu zählen, weil die Zahl "4" ja so'n Pech bringen soll...

Große Erwartungen hatten wir in das Feuerwerk gesetzt, schließlich befinden wir uns hier ja fast im Mutterland aller Knallkörper.

Aber gerade als wir dachten, jetzt geht‘s so richtig los, war‘s auch schon wieder vorbei... auch unsere Freunde waren enttäuscht, haben aber gute Miene zum bösen Spiel gemacht... hihi

Die Show sollte jedoch noch nicht vorbei sein. "Wubai" (dt.: fünfhundert) sollte anschließend nämlich als Hauptakt direkt nach dem Feuerwerk die Menge (angeblich 300.000 Zuschauer) rocken. Es gab eine Mischung aus David Bowie, Rammstein und Eurodance... . Wir waren, im Gegensatz zum Rest des Publikums, nicht besonders angetan. Hier eine kleine Kostprobe, mit unserer Digicam aufgenommen:

video

Wer hätte gedacht, dass es sich hierbei offenbar um einen der größten Rockstars Ost-/Südostasiens handelt... wir sind schon Musik-Banausen! In etwas besserer Qualität gibt´s ihn auf Youtube zu sehen bzw. zu hören, z.B. mit einem (besseren :o) Titel, der aus dem Taiwanischen übersetzt "Made in Taiwan" heißt.

Um 01:15 Uhr war der Spuk auch schon vorbei und wer wollte konnte sich anschließend auf der After-Show-Party noch Taiwan-Rap im Halbplayback auf die Ohren tun... wollten wir aber nicht. Stattdessen sind wir noch in einer Bar an der hiesigen Hafenpromenade (á la Hamburger Landungsbrücken) eingekehrt. Dort gab es auch Live-Musik mit schrägen Midi-Sounds... Während die Band spielte, wurde auf diversen Flachbildschirmen übrigens "Herr der Ringe" gezeigt... und um unseren bisher skurrilsten Silvesterabend abzurunden, gab's in der Bar auch noch ein paar Runden Bingo... nachts um 4 Uhr!