Dienstag, 28. Oktober 2008

Oktoberfest ist überall

[von Sönke]

Am 17.10. wurde an einer Universität Kaohsiungs, die auch ein Deutschstudium anbietet, deutsches Kulturgut gepflegt: Es wurde ein zünftiges Oktoberfest gefeiert.


Natürlich wollten wir mit von der Partie sein und sind hingefahren. Das deutsche Bier (Krombacher) war allerdings schon nach einer halben Stunde aus, so dass der Vorrat an Taiwan Bier angegangen werden musste, der immerhin zwei Stunden halten sollte.
Für das obligatorische Bier-Wetttrinken war wohlweislich ein Vorrat auf die Seite geschafft worden, so dass dieser Programmpunkt glücklicherweise noch stattfinden konnte.


Für Stimmung war also gesorgt, als zu heimatlichen Klängen („Ro – Sa - Mundäää!“) diverse schwofende taiwanische Studenten und Studentinnen in Lederhose und Dindl das Parkett stürmten, um dem Auditorium lebendig vor Augen zu führen, was man unter einem waschechten Schuhplattler versteht.

Hierfür gab es dann folgerichtig auch heftigen Szenenapplaus.
Izn und ich waren hellauf begeistert, dass hier das gute alte Volksgut noch so lebendig ist und noch nicht wie an so vielen anderen Orten der Heimat zur bloßen Folklore verkommen ist.
Ich wurde auserkoren, von einem Studenten auf Deutsch interviewt zu werden (ob ich aus Deutschland sei, wie mir Taiwan gefällt etc.). Nach getaner Arbeit ging er hochzufrieden seiner Wege, denn er hatte jetzt wohl sein Kursprojekt vollendet und genügend deutsche Muttersprachler befragt.

Von letzteren waren einige an diesem denkwürdigen Abend anzutreffen, so dass sich das ein oder andere nette Gespräch ergab und man sich über die Bewältigung eines etwaigen Kulturschocks austauschen konnte. Es bleibt allerdings fraglich, wie ein Kulturschock entstehen kann, wenn man sich so liebevoll um uns kümmert und uns Wurstbuden, Eisbein und Oktoberfest präsentiert. Alles halb so wild also…

Nur gut, dass zumindest der hiesige Straßenverkehr auf dem täglichen Weg zur Uni und zurück für ein wenig Exotik sorgt.
Am Sonntagmorgen ging es dann zum von langer Hand geplanten Frühstück bei Ikea, welches leider keineswegs ein wie von uns vermutetes all-you-can-eat Frühstück ist. Trotzdem relativ preisgünstig und mit gutem Kaffee, was auch die Taiwaner zu schätzen wissen und für ein volles Haus zu zeitiger Stunde sorgen.
Zur Entspannung ging es dann an den Lotussee am Stadtrand von Kaohsiung.

Dies ist in der Tat ein netter Ort, um ein wenig Zeit dort zu verbringen, es gibt diverse Tempel

sowie einige in den See gebaute Pagoden zu bewundern, weiterhin kann man den Kindern beim Koi-Karpfen füttern zusehen und dabei den bezirzenden Karaoke-Klängen der örtlichen nicht mehr ganz taufrischen Gesangshoffnungen lauschen.

Überflüssig zu erwähnen, dass man an jeder Ecke gegen ein kleines Entgelt zuvorkommend mit Speis, Trank und allen möglichen und unmöglichen anderen Dingen versorgt wird, damit nach so vielen immateriellen Genüssen auch das leibliche Wohl nicht vernachlässigt wird, schließlich geht es hier um die Harmonie von Körper, Geist und Seele.
Derartig ganzheitlich wieder hergestellt, konnten wir ganz entspannt nach Hause scootern und weiter den Geist schulen, denn am folgenden Dienstag sollten wir die Mittsemesterprüfung schreiben.



Kommentare:

Klaus hat gesagt…

Oktoberfest mit Krombacher? O mei, o mei! Lasst das mal keinen echten Bayern lesen...

schingschangschong hat gesagt…

Naja, das Münchner Oktoberfest ist ja auch eher ein Septemberfest...