Samstag, 4. April 2009

Criminal Investigation Bureau

[von izn]

Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von: „Was treiben die beiden da eigentlich den ganzen Tag…?!“ - Nun, nachdem wir Sönkes 35. Geburtstag erfolgreich hinter uns gebracht haben, hat uns die frohe Nachricht eines weiteren Strafzettels ereilt – ach ja, bezüglich der Blitzerampel ist es übrigens bei dem einen Ticket geblieben, puuuh – Auf unserer letzten Rundreise-Tour gab es da wohl irgendwo eine Geschwindigkeitsüberschreitung, die uns 1700 NTD kostet. Dies haben wir aber diesmal nicht per Post erfahren sondern per SMS auf‘s Handy… bequemerweise wird der Betrag auch gleich direkt von unserer Kreditkarte abgebucht. Offenbar der übliche Weg, wenn man ein Verkehrsdelikt mit einem Mietwagen begeht… schade nur, dass wir Euch diesmal kein Foto präsentieren können.

Studienmäßig geht es dieses Trimester etwas ruhiger zu Werke, zumindest was den Vokabellernstresspegel angeht. Das ist aber auch bitter nötig, denn auch wenn die Quantität zurzeit einigermaßen erträglich ist, so kann man das von der Qualität nämlich nicht behaupten. Damit meine ich nicht die Sinnhaftigkeit der einzelnen Vokabeln, sondern vielmehr deren Schwierigkeitsgrad.

Wie ich von unserer kürzlich erworbenen Tandempartnerin (Sprachpartnerin), Nadine, gehört habe, soll Chinesisch angeblich am Anfang einfach sein – ha, wer’s glaubt!!! – und später immer schwieriger werden – das hingegen kann ich unterschreiben!!! Mit Deutsch soll’s übrigens andersherum sein… Mmmh, hab ich noch nie so drüber nachgedacht… vielleicht liegt’s daran, dass Deutsch ein SYSTEM hat?!? Das sich Grammatik schimpft ;o)

Nadine lernt seit 2 Jahren Deutsch an der NKFUST, und ist die 學妹 („Studien-Kleine-Schwester“ oder einfach Tutandin) von Livi, der Freundin unseres Kommilitonen, Alex. Bisher treffen wir uns zu dritt mit Sönke, der aber vielleicht beim nächsten Treffen eine eigene Tandemianerin vorgestellt bekommt, nämlich Anja, die Freundin und Jahrgangskollegin von Nadine.

Lasst Euch nicht durch die deutschen Namen irritieren, es handelt sich um Taiwanerinnen. Das ist hier einfach so, dass man sich 50.000 Namen gibt. Habt Ihr nicht auch früher in der Schule aus Spaß im Englischunterricht einen englischen Namen bekommen? Nun, so in etwa ist es hier auch, nur dass man den Namen hier auch im alltäglichen Leben benutzt, bspw. auf den hier so beliebten Visitenkarten - hast Du keine, bist Du niemand! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat JEDER Taiwaner, der hier lebt, einen englischen Namen, nur so zum Spaß, ohne amtliche Anerkennung. Das Spiel lässt sich beliebig oft fortsetzen, z.B. mit deutschen Namen, spanischen Namen, lateinischen Namen, griechischen Namen, etc... So seltsame direkte Namensübersetzungen wie “Ie-Chen“ gibt es nur bei im Ausland geborenen Taiwanern. Hier würde ich schlichtweg 儀珍 oder einfach Nancy heißen – jaaaa, mir ist halt in der 5. Klasse kein besserer Name eingefallen, 'tschuldigung!


In unserem Zeitungslesekurs nehmen wir zurzeit die Rubrik „Gesellschaftliches“ durch, mit Schwerpunkt auf Kriminalität. Ein wie ich finde sehr interessantes Thema, mit leider noch „interessanteren“ Vokabeln, wie z.B. 竊盜 (qièdaò - Einbruch)… Naja, zum Glück ist es ein LESE-Kurs und wir müssen das Gewurzel nicht unbedingt schreiben können.

Zu dem Thema bin ich dann auch ein bisschen im Netz herumgesurft und auf die Website des hiesigen Criminal Investigation Bureaus gestoßen: ein Klick lohnt sich.

Im Vergleich dazu hier die Internetseite unseres deutschen Pendants : klick

Schon ein bisschen witzig, finde ich.


So, meine Damen und Herren, nun ist es mal wieder Zeit für eine kurze Pause. Nach der Werbung erfahren Sie, wie Sönke und Ie-Chen an einem Ausflug der dritten Art teilnahmen… dann gibt's auch wieder ein paar Fotos ;o)

Donnerstag, 19. März 2009

Manchmal kommt es anders

[von izn]

Meike hat sich nach gut 3 Wochen fleißiger Inselerkundung heute Vormittag wieder gen Schenefeld verabschiedet und dürfte mittlerweile im Flieger nach Amsterdam sitzen - Winke Winke, war schön mit Dir!


Bye Bye Kaohsiung


Wir schreiben nun die Woche 2 unseres 3. Trimesters. Anders als verabredet hat doch nicht der Dozent unserer 1. Wahl unseren selbstgestrickten Grammatik-Kurs übernommen. Die Gründe hierfür bleiben uns und ihm leider verborgen, was wir beiderseits etwas schade finden... Mit der jetzigen Dozentin, die immerhin auf Platz 3 unserer „Wunschliste“ aufgeführt war, sind wir aber auch zufrieden. Wir hatten sie bislang zwar noch nicht im Unterricht erlebt, allerdings wurde sie von Wuzhen – unserer vietnamesischen Australierin, die wir als 3. im Bunde gewinnen konnten, damit der Kurs zu unseren gewünschten Zeiten zustande kommt – wärmstens empfohlen. Bislang wurden wir diesbezüglich noch nicht enttäuscht :o)

Nicht enttäuscht wurden wir auch bezüglich unserer Hoffnung, dass sich noch ein/e 4. Kursteilnehmer/in findet (eigentlich Mindestanzahl für das Zustandekommen eines Kurses). Sönke und ich hatten nämlich den Kurs in dem Sinne „zusammengestrickt“, dass wir uns bereit erklärt hatten, die Trimestergebühr für den fehlenden 4. Kursteilnehmer zu übernehmen, damit der Kurs notfalls auch zu dritt stattfinden kann (alle anderen Modelle, wie z.B. Einzelunterricht oder Zweierunterricht, wären uns teurer gekommen). Uns wurde daher zugesagt, dass wir dieses Geld zurückerstattet bekommen würden, sollte sich der 4. Kursteilnehmer noch einfinden… tat er dann glücklicherweise auch! Ungeplanterweise fanden sich dann auch noch Kursteilnehmer 5 und 6 an, daraufhin 7 und 8 und ärgerlicherweise auch noch 9 und 10! Ärgerlicherweise deshalb, weil der Kurs damit für unseren Geschmack eigentlich überfüllt ist, da die Unterrichtspraxis eines Einzelnen dabei doch etwas zu knapp kommt. Glücklicherweise handelt es sich bei 10 Leuten auch um die Höchstanzahl für einen Kurs, so dass wir innerhalb der Orientierungswoche (1. Trimesterwoche) wenigstens nicht noch mehr werden konnten!

Wir wurden sogar einer weniger, denn ein Japaner, der in China Chinesisch gelernt hatte, kommt mit den in dem Kurs behandelten Hörspieldialogen im taiwanischen Regionaldialekt (Lehrbuch: 迷你廣播劇 - Mini Radio Plays) nicht so recht klar… so die offizielle Begründung seinerseits. Als höflicher Japaner wollte er wohl nicht sagen, dass er hierhergekommen ist, um Chinesisch zu lernen und nicht um Schauspieler zu werden ;o)

Es zeichnete sich nämlich schon in der 1. Kurseinheit ab, dass unsere Dozentin sehr auf Theaterspielen steht… uns kam es auch etwas befremdlich vor, wie sie, Gefühle wie Ärger oder Trauer vorführend , vorne an der Tafel herumgestikulierte und nebenbei nahezu übergangslos in freudiger Überraschung einen unserer Uni-Affen, der gerade am Fenster vorbeiging, mit einem „Hi, Affe!“ begrüßte, um genauso übergangslos wieder zu ihrem Lehrprogramm zurückzukehren. Das nennt man wohl temperamentvoll… oder auch lebendiger Unterricht.

Bitte machen Sie ein doofes Gesicht - Danke!

Auch wenn wir ja eher nicht darauf stehen, ein und denselben Satz in verschiedenen Emotionsrichtungen auszusprechen – und das auch noch in einer Fremdsprache! – gewöhne ich mich langsam an die Form des Unterrichtes. Sönke grummelt noch ein bisschen rum, damit kann er aber wunderbar den gesetzten Firmenchef mimen - der in unserer 1. Lektion eine Rolle spielte – wie auch die Dozentin bereits am 1. Tag feststellte, woraufhin Sönke von ihr den Spitznamen „Chef“ erhielt, zumindest während der 1. Lektion :o)


Unser Nachrichten-Lesekurs gestaltet sich zwar weniger spektakulär, ist aber deshalb nicht weniger spaßig. Unsere dortige Dozentin, die wir schon als „Begleitung“ unseres „Meister Shi“ (a.k.a. Dozent 1. Wahl) bei diversen Kneipenabenden kennengelernt hatten, nennen wir liebevoll „kleine Schwester“, mit ihren frischgebackenen 26. Jahren ist sie auch die jüngste des Kollegiums.

Sie behandelt uns übrigens genauso liebevoll: Als ich kürzlich aufgrund von Krankheit 2 Tage nicht zur Uni gegangen bin (keine Ahnung was ich hatte, aber als Symptom zeigte sich extremer Druck in den Ohren mit Schwindelanfällen - wahrscheinlich aufgrund einer herannahenden Erkältung, die aber glücklicherweise nicht durchgekommen ist... nu ist wieder gut!), wies sie Sönke an, mich bewusstlos zu schlagen und zum Arzt zu schleifen, falls ich mich weigern sollte dorthin zu gehen... Er hat sich aber nicht getraut ;o)


Das mit dem von uns für dieses und nächstest Trimester angestrebte Stipendium hat sich übrigens erledigt... dieses Jahr hat die taiwanische Regierung nämlich keine Gelder für so unwichtige Dinge über, doof!


In Sachen Herkunftsländer unserer Kommilitonen hat sich dieses Trimester nicht viel getan. Wie gehabt kommen unsere Mitstudenten überwiegend aus Japan, gefolgt von Vietnamesen und Amerikanern. Neu ist, dass auch ein Taiwaner(!) im Nachrichten-Kurs zu uns gestoßen ist… wie sich später herausstellte, handelt es sich um den Sohn einer in die USA (L.A.) ausgewanderten taiwanischen Familie, der für 3 Monate nach Taiwan gekommen ist, um sein Leseverständnis zu verbessern. Anders als ich ist er allerdings in Taiwan geboren und erst mit 3 Jahren weggezogen. Ein kontaktfreudiger junger Mann, der Anschluss sucht, was mich sehr erfreut, denn L.A. ist bestimmt mal eine Urlaubsreise wert ;o) und wenn man schon mal da ist, könnte man ja auch einen Abstecher nach San Francisco machen, von dort kommt nämlich eine weitere taiwanische Amerikanerin, die wie ich, auch im Ausland geboren wurde. Herrlich zu hören, dass die taiwanische Kultur auch für die beiden, trotz ihres stärkeren familiären Bezuges (wenn man bei mir überhaupt von einem Bezug reden kann…!?), in mancher Hinsicht sehr befremdlich erscheint… wo bekommt man eigentlich noch Entenköpfe inkl. Schnabel und vergammelten Tofu als Delikatesse?!


Selbstportrait dreier Brillenschlangen am Busbahnhof

Sönke diesmal ohne doofes Gesicht, dafür ich mit Doppelkinn, Milefo lässt grüßen!

Dienstag, 10. März 2009

Über die Insel und zurück

[von sönke]

Wir sind zurück aus dem Urlaub mit Izns Mutter Meike, für den wir uns wieder ein Auto gemietet haben, um unabhängig unterwegs zu sein und an schönen Punkten ohne zeitliche Begrenzung stoppen zu können.
Am ersten Tag fuhren wir von Kaohsiung aus nach Foguangshan, dem größten buddhistischen Kloster in Taiwan, wo wir einige Stunden verbrachten.

Man hätte aber auch ebenso gut das doppelte der Zeit dort verbringen können, denn das Kloster ist weitläufig und parkähnlich gestaltet, so dass man dort auch einfach nur auf einer Bank sitzen und entspannen kann.



Zurück vor den Toren des Klosters belagerte eine Meute taiwanischer Frauen eine frisch eingetroffene Lieferung Ananas und sicherte sich die größten Exemplare, wir konnten uns aber immerhin mit einem mittelgroßen für die Weiterfahrt versorgen.

Es ging weiter nach Maolin, welches wir eigentlich schon immer mal an einem Wochenende besuchen wollten, aber irgendwie nie geschafft hatten. Als erstes ging es zu einer heißen Quelle, die jedoch überfüllt war, so dass wir eine Alternativquelle ansteuerten und so doch noch zu unserem heißen Bad unter freiem Himmel kamen.
Am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Suche nach den Schmetterlingen, für die das Tal von Maolin berühmt ist, und wir wurden sogar an einigen Orten fündig.


Weiter ging es auf den South Island Cross Highway, wo sonniges Wetter herrschte, allerdings wurde es mit zunehmender Höhe etwas diesig. Spektakulär war die Fahrt durch den Tunnel bei Yakou, dem mit 2700 Metern Höhe höchsten Punkt der Straße: obwohl nur einige hundert Meter lang, war das Wetter am Tunnelausgang komplett anders als am Eingang, es herrschte nämlich auf einmal Nieselregen und dichter Nebel, so dass man kaum sehen konnte, wo sich die Straße befindet.
Gut, dass unser nächster Übernachtungsstopp in einer Art Jugendherberge dort oben gleich um die Ecke war.

Der nächste Tag brachte etwas bessere Sicht, und wir fuhren weiter zur Lisong Hot Spring, die laut Reiseführer als schönste heiße Quelle Taiwans gilt. Dies gilt sie unter anderem, weil der Weg dorthin etwas länger dauert und daher kaum Menschen dort sind. Wie wir feststellten, dauert der Weg nicht nur lange, sondern ist auch sehr beschwerlich, da es einen sehr steilen Pfad, teilweise mit installierten Seilen, über ca. 300 Meter Höhenunterschied nach unten zu einem Fluss, den man dann noch zweimal durchqueren muss, hinuntergeht.


Nach 1,5 Stunden am Fluss angekommen, wunderte sich Izn über zwei Seile, die quer über den Fluss gespannt waren. Diese dienten offensichtlich nicht zur Durchquerung, denn bei den Seilen war der Fluss relativ tief und breit. Die Antwort erhielt sie kurze Zeit später, als sie beim Durchqueren wegrutschte, und von der Strömung mitgerissen wurde. Ihre Reise als Treibholz konnte sie mit einem beherzten Griff an die zwei Seile unterbrechen, das nennt man wohl ganzheitliches Lernen.



Die zweite Flussdurchquerung verlief ebenfalls sehr turbulent, nachdem ich zuvor die Tiefe des Flusses unterschätzt hatte und die Grenze zwischen Wanderbekleidung und Badebekleidung im wahrsten Sinne des Wortes verschwimmen ließ. Belohnt wurden wir mit den heißen Quellen, die wir für uns allein hatten und deren Anblick und Lage wirklich sensationell ist.



Wenn es einem in den heißen Quellen zu warm geworden ist, kann man mit einem Bad im kühlen Gebirgsfluss nebenan Abhilfe schaffen, ebenso kann man die in den Sand gegrabenen Pools mit dem heißem Quellwasser durch Zumischen von Flusswasser auf die Wunschtemperatur bringen.



Unter der Hotsprings-Dusche


Um ein Haar hätten wir allerdings keine Fotos von diesem Naturschauspiel zeigen können, denn auf dem Rückweg verrechnete ich mich abermals beim Queren des Flusses, wurde von der Strömung mitgerissen und verlor den (wasserdichten) Fotoapparat. Die Strömung im Fluss ist ziemlich stark, also schienen alle Fotos mitsamt dem Apparat verschwunden, doch Spürnase Izn gelang es tatsächlich, die Nadel im Heuhaufen zu finden, was uns für kurze Zeit den bevorstehenden Aufstieg vergessen ließ, der wie befürchtet sehr anstrengend wurde.

Nachdem wir am Abend ein nettes Hotel (mit eigener heißer Quelle, versteht sich) in Ruisui im East Rift Valley gefunden hatten und uns abermals mit einem heißen Bad von der anstrengenden Tour zur heißen Quelle erholen konnten, wurde Izn leider nachts krank und verbrachte die nächsten zwei Tage vorwiegend liegend auf der Rückbank im Auto. Unsere geplante Rafting Tour war ohnehin schon aus Wassermangel im entsprechenden Fluss abgesagt, so dass wir spontan einen Abstecher in die Taroko Schlucht unternahmen, um Meike diese Sehenswürdigkeit einmal zeigen zu können.

Die Nacht verbrachten wir an der Ostküste in einem wunderschönen Bed & Breakfast direkt am menschenleeren Strand von Jici,


ein morgendliches Bad in der Brandung des Pazifiks war somit Pflicht.



Langsam bummelten wir die Ostküste weiter Richtung Süden hinunter, um an allen Sehenswürdigkeiten einen Stopp einzulegen, was außer uns auch diverse Reisegruppen mit gecharterten Reisebussen taten, so dass wir bald bei jeder Sehenswürdigkeit von uns bekannten Gesichtern umgeben waren.



Unser letztes Bad in einer heißen Quelle war schon wieder einen Tag her, also checkten wir abends in ein Hotel bei den Jinluan Hot Springs ein, von dem man bei einem heißen Bad wunderbar hinunter auf das Meer blicken kann, wie wir am nächsten Morgen feststellten.
In einem weiteren Becken sahen wir zwei Taiwaner, die ihre Füße badeten. Bei näherem Hinsehen entdeckten wir, dass das Becken außer warmen Quellwasser noch kleine Putzerfische beherbergte, die zum Frühstück einen kleinen Hornhautimbiss einnahmen, lecker!


Auch wir erbarmten uns und fütterten ein wenig die Fische, bevor wir nach Kending, unserer letzten Etappe, fuhren.


Nicht ohne meinen Regenschirm: Sonnenbad auf taiwanisch


Auf einem Ausflug per Moped entdeckten wir dort in einer Bucht eine Schule taiwanischer Schnorchler, die zusammengebunden vom ihrem Lehrer an Land geschleppt wurden, ein wirklich skurriler Anblick, da außer dem Lehrer niemand einen Flossenschlag tat.

Der Urlaub endete mit einer Taxifahrt von Kending zurück nach Kaohsiung (ca. 90 Kilometer), denn ein Taxi (300 NTD/Person) war zu dritt günstiger als der Bus (350 NTD/Person). Darüberhinaus geht es mit dem Taxi auch noch viel schneller, denn mit einem Pkw kann man viel besser an anderen Fahrzeugen, die unverständlicherweise vorschriftsmäßig an einer roten Ampel anhalten und auf grün warten, über die Mopedspur rechts vorbeifahren, als mit einem ganzen Bus ;o)
So waren wir in genau 1 Stunde und 30 Minuten am Zielort angelangt und wurden sogar bis vor die Haustür gefahren. Geplante Fahrtdauer mit dem Bus bis zum Kaohsiunger Hauptbahnhof: 2 Stunden und 20 Minuten!

Noch mehr Fotos von unserer Fahrt findet Ihr hier.

Freitag, 27. Februar 2009

Kurze Abwesenheitsnotiz

[von sönke]

Wir haben die Abschlussprüfungen erfolreich hinter uns gelassen und freuen uns schon auf das nächste Trimester, vorher haben wir jedoch noch 10 Tage am Stück frei, die wir wieder mit Reisen verbringen werden. Dies werden wir natürlich nicht alleine zu zweit tun, sondern in Begleitung von Izns Mutter Meike, die rechtzeitig eingetroffen ist, um uns zu begleiten.

Der Plan sieht vor, uns für 6 Tage ein Auto zu mieten und wieder eine Inseldurchquerung zu wagen, diesmal jedoch nicht auf dem Central Cross Island Highway wie bei unserer Rundreise im Dezember, sondern auf dem Southern Cross Island Highway, der ebenfalls sehr spektakulär sein soll und entlang dessen es zahlreiche heiße Quellen geben soll. Letztere werden wir uns mit Sicherheit nicht entgehen lassen, schließlich sind wir bei unserem letzten Taipeh Besuch in Beitou auf den Geschmack der heißen Quellen gekommen.

Desweiteren stehen eine Rafting Tour im East Rift Valley sowie eine gemächliche Fahrt die Ostküste hinunter ins tropische Kending an, wo wir das Auto zurückgeben werden, um uns die restlichen Tage ein wenig am Strand zu verlustieren.

Das Wetter hier ist übrigens mit tagsüber um die 30 Grad wieder sehr warm, also macht Euch keine Sorgen, dass wir uns beim Baden im Meer erkälten könnten.
Ein ausführlicher Reisebericht folgt bald, versprochen!

Samstag, 21. Februar 2009

Das Ende naht... mal wieder

[von izn]

Trimester Nr. 2 neigt sich dem Ende zu, nächste Woche Mittwoch und Freitag sind die Abschlussprüfungen, und dann haben wir erstmal wieder ein paar Tage frei.

Traditionelle Mopedprozession zum Laternenfest


Haben mittlerweile das Laternenfest hier in Kaohsiung hinter uns gebracht, das ungefähr 2 Wochen lang dauerte, in denen es jeden Tag um Punkt 21 Uhr ein ca. 7 minütiges Gala-Feuerwerk gab, also das an Silvester war echt ‘n Pups dagegen!

Der Liebesfluss im laternenfestlichen Glanze


Zwischenzeitlich haben wir es auch geschafft, das zweithöchste Gebäude Taiwans, den Tuntex Sky Tower, der hier in Kaohsiung steht, zu erklimmen.


Tuntex Sky Tower - Wer denkt sich eigentlich die Namen für die Wolkenkratzer aus?



Am 09. März geht es mit Trimester Nr. 3 los. Die Kurswahl hat leider zunächst hinten und vorne nicht gepasst... aaaber man ist ja flexibel am Chinese Language Center der National Sun Yat-sen University – schließlich bezahlen wir hier für unser Geld! – so haben wir uns einfach einen passenden Kurs gestrickt und sogar den Dozenten unserer Wahl dafür gewinnen können… was Alkohol nicht so alles bewirken kann… kleiner Scherz!

In der Tat handelt es sich bei „Meister“ Shih, wie wir ihn getauft haben, um einen Dozenten, der das ein oder andere Bierchen mit uns nicht verachtet, so dass wir bei Gelegenheit zusammen die Kneipen unsicher machen.
So wie letzten Donnerstag, wobei die Gelegenheit wenig erfreulich war, denn unser Lieblingsjapaner, Qiteng, verlässt uns zum Trimesterende, um beim Center of Chinese Language des Wenzao Ursuline College of Languages sein Glück zu suchen.


(Hierbei handelt es sich übrigens um eine der Unis, bei der Sönke ursprünglich ein Praktikum als Deutschlehrer angestrebt hatte. Den Verantwortlichen des Deutsch-Fachbereiches hatten wir zufällig mal auf einer Veranstaltung getroffen. Wie er uns dann bei einem Folgetreffen erzählte, hat Sönke aber mit dem Chinesischstudium wohl eine bessere Wahl getroffen, denn neben dem Praktikum hätte er wahrscheinlich keine Zeit mehr gehabt, selber chinesisch zu lernen.)


Grund für den Uni-Wechsel unseres Japaners war, dass ihm die Sun Yat-Sen Uni zu groß und zu weitläufig ist und man so nur schwer Kontakt zu taiwanischen Studenten (vor allem Studentinnen ;o) knüpfen kann. Unser Uni-Gebäude könnte zwar landschaftlich gesehen nicht besser liegen, befindet sich allerdings, oben auf dem Berg, wirklich sehr weit vom Rest der Uni.
Bei der Wenzao handelt es sich hingegen um eine Campus-Uni, mit dem Schwerpunkt auf Sprachwissenschaften (u.a. gibt es dort, anders als bei uns, einen Japanischfachbereich, wo kleine niedliche Taiwanerinnen japanisch lernen und bestimmt einen Sprachpartner suchen ;o). Ich bin mir aber sicher, dass wir den Kontakt zu ihm nicht verlieren werden, die Kneipenabende waren dafür viel zu amüsant und es wird sicherlich noch das ein oder andere Treffen folgen. Außerdem hat er Sönke und mir angeboten, uns mal in Tokyo herumzuführen. Auf das Angebot werden wir evtl. zum Ende unseres Taiwanaufenthaltes zurückkommen.

Bis dahin muss aber erst mal unser Visum verlängert werden. Bisher sind wir zwei mal mit einem Nachweis von der Uni und einem Stempel von der Ausländerbehörde für lau über die Runden gekommen, das kann man allerdings nur 9 Monate lang machen (also max. 3 mal). Wir wollen ja bekanntlich 12 Monate bleiben und haben daher das sogenannte Alien Resident Certificate (ARC) beantragt, das für 6 Monate ausgestellt wird… oder auch länger, vielleicht, eventuell, keiner weiß nix genaues!

Voraussetzung Nr. 1 ist jedenfalls, dass man sich bereits mind. 4 Monate lang in Taiwan aufhält, legal natürlich! Und dann folgt noch eine Reihe anderer Voraussetzungen, wie z.B. ein Vermögensnachweis der Bank über ein Guthaben von mind. 50.000 NTD, ein Motivationsschreiben (inkl. Studienplan), diverse Nachweise von der Uni und, last but not least, eine allgemeinärztliche Untersuchung ("Leiden Sie an irgendwelchen Krankheiten?" - "Nein" - fertig!) sowie Blut-, Röntgen- und Stuhluntersuchung…

Jaaa, Stuhl! Und damit mein ich nicht das hölzerne Ding, auf dem man sitzen kann… und ein jeder weiß ja, dass die Natur manchmal nicht so will wie man selber. Hätte ich vorher gewusst, was das anal zu verabreichende „Chou Jen Enema“ (164,1 mg Natriumchlorid und 1,09 mg Natriumbenzoat pro ml) bewirkt, hätt ich mir schlicht und einfach 300 ml Kaffee oral verabreicht und abgewartet. „Chou Jen Enema“ soll angeblich 10 Minuten „einwirken“, angeblich! Ich war mit verkrampften 2 Minuten am Start, und wie ein bekannter Kommilitone uns mitteilte, war ich damit nicht alleine.


Im Ergebnis war bei Sönke und mir aber glücklicherweise alles in Ordnung.

(Uns wurde zwar erklärt, was zu machen wäre, sollte dies nicht der Fall sein, aber ich hab irgendwann vor lauter Kringeln und Kreuzen und Pfeilen auf dem Papier aufgehört, verstehen zu wollen, was die Frau in dem rosa Kittel uns zu sagen versuchte.)
Die Folgen von „Chou Jen Enema“ hab ich allerdings noch den Rest des Tages gespürt. Diarrhö-Symptome ohne Diarrhö, tolle Erfahrung!


Um aber den Blogeintrag nicht mit diesem Fäkal-Thema zu beenden, komm ich nochmal zurück auf die Kurse, die uns nächstes Trimester erwarten.
Zum einen haben wir den regulären Kurs „News Readings“ belegt und hoffen dort in 9 Std./Woche, die sich doch sehr vom gesprochenen Wort unterscheidende Schriftsprache vertiefender erlernen zu können, zumindest passiv, wenn nicht sogar aktiv gesehen.

In unserem gestrickten Kurs werden wir unseren bisherigen Grammatikkurs fortführen, allerdings mit 6 Std./Woche anstelle von regulären 9 Std./Woche. Der 9 Std.-Grammatikkurs kollidiert nämlich zeitlich mit dem „News Readings“ Kurs. Es wäre evtl. auch möglich gewesen, einfach einen der beiden Kurse zeitlich zu versetzen, so dass wir 18 Std./Woche hätten, aber da wir bereits bei den bisherigen 15 Std./Woche (Mindestvoraussetzung für unsere Visa) und den Nach-/und Vorbereitungsaufwand fast an unsere Grenzen stoßen, haben wir uns dagegen entschieden. So bleibt zeitlich gesehen alles beim Alten, 5 Tage die Woche, 14:10 Uhr bis 17:00 Uhr.

Blick vom Tuntex Sky Tower hinunter auf den Kaohsiunger Hafen